Vitamin E

Vor knapp 100 Jahren wurde das Vitamin E entdeckt, und zwar per Zufall. Amerikanische Wissenschaftler fütterten in einem Experiment Ratten mit einer Diät, die nur aus Butter, Milch und Maisstärke bestand. Das Resultat: Die Nager hatten keine Nachkommen mehr. Als dann die Mediziner Weizen und vor allem Keim in die Futternäpfe schütteten, kamen plötzlich wieder gesunde Junge zur Welt. Das damals noch unbekannte Fruchtbarkeits-vitamin wurde bald in den Weizenkeimen entdeckt. Die Fachleute nannten es Tocopherol.

Menschen und Tiere nehmen Vitamin E nur über die Nahrung auf. In der Natur kommen acht Vitamin-E-Arten vor. Beim Menschen wird das so genannte alpha-Tocopherol, am besten aufgenommen. Beim Vitamin E werden etwa dreißig Prozent im Dünndarm resorbiert, der Rest wird ausgeschieden. Werden gleichzeitig mehrfach ungesättigte Fettsäuren mit der Nahrung aufgenommen werden, beeinträchtigen es die Resorption von Vitamin E.

Vitamin E wird nicht in einem spezifischen Organ gespeichert, sondern wird über den Dünndarm, im ganzen Körper in fast alle Gewebe verteilt. Die höchsten Vitamin E Gehalte befinden sich im Fettgewebe, der Leber, der Nebennieren und im Muskelgewebe.

Aufgabe von Vitamin E im Körper

Vitamin E ist ein wichtiges Antioxidans oder „Freie Radikalen-Fänger“, das heißt, es sitzt auf der Zellmembran und schützt die Zelle vor freien Radikalen, die durch Stoff-wechselvorgänge hervorgerufen bzw. über die Umwelt aufgenommen werden. Freie Radikale sind unter anderem Auslöser von diversen Krankheiten.

Speziell beim Fettstoffwechsel spielt Vitamin E eine wesentliche Rolle. Depotfette, Membranfette und Fettproteine können durch die so genannte Lipidperoxidation abgebaut werden. Vitamin E verhindert dies zusammen mit anderen Antioxidantien, wie Zink, Selen, Kupfer, Beta-Karotin, und Vitamin C. Beim Eiweißstoffwechsel wirkt Vitamin E mit, schützt und verhindert das Verklumpen von Blutplättchen.

Vitamin-E-Mangel

Durch Vitamin-E-Mangel kommt es zu Konzentrations- und Muskelschwächen. Das Immunsystem ist angeschl-gen und es mehren sich Immunkrankheiten. Daher kommt es leichter zu Infektionen; Krankheiten wie Krebs, Rheuma, Diabetes, Arteriosklerose und Schlaganfällen wird Vorschub geleistet

Vitamin-E-Lieferanten

Vitamin E wird ausschließlich in Pflanzen synthetisiert. Die höchsten Konzentrationen weisen Getreidekeime auf. Alle Arten von Pflanzenölen enthalten große Mengen, an Vitamin E.

Allerdings kann die Aufnahme des Vitamins im Darm durch die ebenfalls enthaltenen ungesättigten Fettsäuren be-einträchtigt werden. Butter, Nüsse und Gemüse wie (Soja-)Bohnen, Grünkohl, Schwarzwurzeln, Spargel sind gute Vitamin-E-Lieferanten.

Raucher sowie Menschen, die großen Belastungen oder Stress ausgesetzt sind, weiterhin Herzkranke und immungeschwächte Patienten haben ebenfalls einen erhöhten Bedarf.

Vitamin E – klare Sicht für Linse und Netzhaut

Ein weiterer natürlicher Schutzmechanismus im Auge ist die Anreicherung der Radikalfänger-Vitamine C und E.

Vitamin C findet sich in den Blutbahnen des Auges in bis zu 40-fach höherer Konzen-tration als im restlichen Körper. Vitamin E kann als fettlösliches Vitamin direkt in die Membranen der Zellen eingebaut werden. Direkt vor Ort kann es so die freien Radikale abfangen und die lebenswichtigen Membranen vor Schädigung schützen. Über die Nahrung zugeführtes Vitamin E kann diesen natürlichen Schutzmechanismus unterstützen.

Auch Vitamin E schützt zum einen die lichtempfindlichen Sehzellen und zum anderen die Linse vor freien Radikalen. Aber es kann noch mehr: Zusammen mit anderen Antioxidanzien, wie z. B. Vitamin C, und antioxidativ wirkenden Enzymen, wie Katalase und Gluthationperoxidase schützt Vitamin E auch die Proteasen in der Augenlinse.

Diese speziellen Enzyme sind dafür verantwortlich, geschädigte Proteine, die zu Trübungen führen können, abzubauen und aus der Linse zu entfernen. Es schützt auch die Wände der Blutgefäße und wird deshalb als effektive Waffe gegen das Altern angesehen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung geht von einem täglichen Bedarf von 12 Milligramm aus. Diesen Wert erreichen 70 % der Bevölkerung, sagt das Robert-Koch-Institut in Berlin. Jeder Dritte könnte also seine Vitamin-E-Zufuhr noch erhöhen.

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